Feinsteinzeug: Was ist es und wie wird es hergestellt?
Der Begriff „Feinsteinzeug" umfasst eine gesamte Produktkategorie der architektonischen Oberflächengestaltung mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften, technischen Leistungen, Formaten und Stärken. Das Adjektiv „Fein" verweist auf die Eleganz des feinen Porzellans, wie etwa das von Capodimonte oder Limoges. Der Begriff „Steinzeug" hingegen bezieht sich auf die außergewöhnliche Härte, die durch den Prozess der Sinterung erreicht wird. Werfen wir nun einen genaueren Blick auf den Herstellungsprozess, dessen Herzstück dieses chemisch-physikalische Phänomen bildet.
Was geschieht während der Sinterung von Keramik? Ausgangspunkt sind einige wenige natürliche Rohstoffe, die in den oberflächennahen Schichten der Erdkruste reichlich vorhanden sind. Tone, Feldspäte, Kaoline und Sand werden nach präzisen chemischen und physikalischen Eigenschaften ausgewählt und anschließend zu einem homogenen Pulver gemahlen. Dieses wird dann in wässriger Lösung gemahlen und anschließend zerstäubt: Der sehr flüssige Schlamm wird in ein großes Silo mit heißer Luft eingeblasen, die das Wasser verdampfen lässt und die Rohstoffe als feines, nahezu ungreifbares Pulver zurücklässt.
Dieses Pulver wird dann in eigens dafür vorgesehene Formen gepresst und bei extrem hohen Temperaturen gebrannt (bis zu 1.250 °C) — und zwar so lange, bis die Rohstoffe nahe an ihren Schmelzpunkt gebracht werden. Dabei findet die Sinterung statt, die die Materialien so stark verdichtet, dass Feinsteinzeug seine extreme Härte und seine nahezu null Porosität erhält.